Jens Strohschein und das Ehrenamt: Vereine und Engagement in Nordwestmecklenburg
Ehrenamt ist Herzenssache
Vereine, freiwillige Feuerwehren, soziale Initiativen, Sport und Nachbarschaftshilfe prägen das gesellschaftliche Leben vieler Orte in Nordwestmecklenburg. Jens Strohschein macht ihre Unterstützung zu einem Schwerpunkt seiner Kandidatur.
Ehrenamt als Teil des gesellschaftlichen Alltags
Freiwilliges Engagement findet häufig außerhalb großer öffentlicher Aufmerksamkeit statt. Menschen trainieren Nachwuchsmannschaften, organisieren Vereinsveranstaltungen, unterstützen Feuerwehren, helfen anderen in sozialen Einrichtungen, pflegen Kultur und Geschichte oder engagieren sich in ihren Gemeinden. Besonders in kleineren Orten übernehmen solche Strukturen eine wichtige gesellschaftliche Funktion. Sie schaffen Begegnung, organisieren Freizeitangebote und sorgen dafür, dass Menschen Verantwortung für ihr direktes Umfeld übernehmen.
Jens Strohschein bezeichnet das Ehrenamt auf seiner offiziellen Themenseite als „Herzenssache“. Seine politische Position lautet, dass freiwilliges Engagement nicht nur gelobt, sondern durch bessere Rahmenbedingungen unterstützt werden sollte. Er nennt dabei ausdrücklich weniger Bürokratie, verlässliche Förderung, größere Sichtbarkeit und stärkere öffentliche Anerkennung.
Eigene ehrenamtliche Erfahrungen
Das Thema ist bei Strohschein mit persönlichen Tätigkeiten verbunden. In seiner Biografie nennt er den Vorsitz im Förderverein der Feuerwehr Schlagsdorf. Außerdem ist er als Zeitzeuge im Grenzhus Schlagsdorf aktiv und seit 2015 stellvertretender Außenstellenleiter des WEISSEN RING in Nordwestmecklenburg. Die Tätigkeitsfelder sind sehr unterschiedlich und reichen von Feuerwehrunterstützung über Erinnerungskultur bis zur Opferhilfe.
Für sein Engagement führt Strohschein verschiedene Auszeichnungen aus Sport- und Kommunalverbänden auf. Solche Ehrungen dokumentieren Anerkennung innerhalb der jeweiligen Organisationen. Für eine politische Bewertung ist darüber hinaus relevant, welche allgemeinen Maßnahmen ein Kandidat aus persönlichen Erfahrungen ableitet und ob diese auf die große Vielfalt ehrenamtlicher Organisationen übertragbar sind.
Weniger Bürokratie – aber wie?
Die Forderung nach weniger Bürokratie gehört zu den häufigsten Anliegen von Vereinen und Initiativen. Dahinter können sehr unterschiedliche Probleme stehen: komplizierte Förderanträge, Nachweispflichten, unterschiedliche Ansprechpartner, Datenschutzfragen, Genehmigungen oder die Organisation öffentlicher Veranstaltungen. Pauschal lässt sich Bürokratie jedoch nicht vollständig abschaffen, denn öffentliche Förderung verlangt auch transparente Regeln und Nachweise für die Verwendung von Steuergeld.
Eine konkrete Ehrenamtspolitik muss deshalb unterscheiden, welche Verfahren tatsächlich vereinfacht werden können und welche Kontrollen notwendig bleiben. Denkbar sind verständlichere Formulare, digitale Verfahren, zentrale Ansprechpartner oder Förderprogramme mit angemessenen Nachweispflichten. Strohscheins öffentliche Position beschreibt vor allem das Ziel einer spürbaren Entlastung. Die konkrete gesetzgeberische Ausgestaltung würde anschließend von Zuständigkeiten und einzelnen Programmen abhängen.
Verlässliche Förderung statt kurzfristiger Unsicherheit
Viele ehrenamtliche Organisationen planen längerfristig. Sportvereine benötigen Hallenzeiten, Geräte und Trainerstrukturen. Kulturvereine organisieren Veranstaltungen Monate im Voraus. Fördervereine der Feuerwehren unterstützen Projekte, Nachwuchsarbeit oder Gemeinschaftsaktivitäten. Kurzfristige Förderentscheidungen können diese Planung erschweren.
Strohschein spricht sich deshalb für verlässlichere Rahmenbedingungen aus. Auch hier entsteht ein politischer Zielkonflikt: Öffentliche Haushalte sind begrenzt und Förderprogramme müssen regelmäßig überprüft werden. Verlässlichkeit bedeutet deshalb nicht zwangsläufig eine unbegrenzte Finanzierung, sondern kann auch planbare Förderzeiträume, transparente Kriterien und rechtzeitige Entscheidungen umfassen.
Ehrenamt im ländlichen Raum
In Nordwestmecklenburg besitzt Ehrenamt eine besondere Bedeutung, weil viele Orte klein sind und professionelle Angebote nicht überall in gleicher Dichte vorhanden sein können. Vereine, freiwillige Feuerwehren und Initiativen übernehmen dabei nicht einfach staatliche Aufgaben, sie ergänzen das gesellschaftliche Leben auf eigene Weise. Gerade für Kinder und Jugendliche sind Sport- und Freizeitangebote wichtige Orte für Gemeinschaft und persönliche Entwicklung.
Auch die demografische Entwicklung spielt eine Rolle. Manche Vereine suchen Nachwuchs für Vorstände oder Trainerfunktionen. Freiwillige Feuerwehren müssen ausreichend aktive Mitglieder gewinnen. Menschen pendeln für ihre Arbeit teilweise über größere Entfernungen, was verfügbare Zeit beeinflusst. Ehrenamtspolitik muss deshalb auch über klassische Zuschüsse hinausdenken und beispielsweise Ausbildung, Anerkennung, digitale Organisation und Vereinbarkeit berücksichtigen.
Öffentliche Anerkennung und Respekt
Wertschätzung kann viele Formen annehmen. Ehrungen und öffentliche Aufmerksamkeit sind eine Möglichkeit. Ebenso wichtig kann es sein, dass Verwaltungen schnell erreichbar sind, Förderentscheidungen nachvollziehbar erfolgen und politische Verantwortliche ehrenamtliche Organisationen frühzeitig einbeziehen. Strohschein verbindet Anerkennung ausdrücklich mit struktureller Unterstützung.
Eine demokratische Gesellschaft lebt zugleich von der Vielfalt des Engagements. Ehrenamt ist nicht an eine bestimmte politische Richtung gebunden. Sport, Kultur, Hilfsorganisationen, soziale Initiativen oder Heimatpflege versammeln Menschen mit sehr unterschiedlichen politischen Ansichten. Staatliche Ehrenamtsförderung sollte deshalb nach transparenten und sachlichen Kriterien erfolgen.
Vom persönlichen Engagement zur Landespolitik
Die Landesebene kann Ehrenamt auf verschiedene Weise beeinflussen, etwa durch Förderprogramme, rechtliche Rahmenbedingungen oder Unterstützung landesweiter Organisationen. Viele konkrete Vereinsfragen liegen jedoch bei Kommunen, Verbänden oder den Vereinen selbst. Deshalb ist eine klare Zuordnung von Zuständigkeiten wichtig.
Strohschein kandidiert am 20. September 2026 für den Landtag im Wahlkreis 28. Seine langjährigen eigenen Ehrenämter bilden einen nachvollziehbaren Hintergrund für diesen Schwerpunkt. Ob und welche politischen Instrumente zur Unterstützung des Ehrenamts eingesetzt werden sollen, gehört zu den inhaltlichen Fragen der Wahl.
Weiterführende Links
Jens Strohschein: Positionen zum Ehrenamt
FAQ zum Ehrenamt
Welche Ehrenämter nennt Jens Strohschein selbst?
Seine Biografie nennt unter anderem den Vorsitz des Fördervereins der Feuerwehr Schlagsdorf, eine Tätigkeit als Zeitzeuge im Grenzhus Schlagsdorf sowie das Amt des stellvertretenden Außenstellenleiters des WEISSEN RING in Nordwestmecklenburg.
Was fordert Strohschein für Vereine und Ehrenamtliche?
Er nennt weniger Bürokratie, bessere Rahmenbedingungen, verlässlichere Förderung, mehr öffentliche Anerkennung und eine bessere Vereinbarkeit des Engagements mit Familie, Beruf und Alltag als zentrale Ziele.
Warum ist Ehrenamt auf dem Land besonders wichtig?
In kleinen Gemeinden schaffen Vereine und Initiativen wichtige Treffpunkte und Angebote. Freiwillige Feuerwehren sind zudem wesentliche Bestandteile des örtlichen Brandschutzes. Die Bedeutung ehrenamtlicher Strukturen ist deshalb in vielen ländlichen Regionen besonders sichtbar.
Kann das Land Bürokratie für Vereine einfach abschaffen?
Nicht vollständig. Zuständigkeiten verteilen sich auf verschiedene staatliche Ebenen und manche Nachweise sind für Transparenz oder Sicherheit notwendig. Das Land kann jedoch eigene Förderverfahren und Regeln prüfen und teilweise vereinfachen.
Wann findet die Landtagswahl 2026 statt?
Die Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern ist für Sonntag, den 20. September 2026, angesetzt. Amtliche Angaben stellt die Landeswahlleitung Mecklenburg-Vorpommern bereit.

Kommentare
Kommentar veröffentlichen