Jens Strohschein zur Landwirtschaft in Nordwestmecklenburg | Landtagswahl 2026
Landwirtschaft stärken
Faire wirtschaftliche Bedingungen, Planungssicherheit, regionale Wertschöpfung und praxistaugliche Regeln: Diese Punkte nennt Jens Strohschein als zentrale Bestandteile seiner Position zur Landwirtschaft.
Landwirtschaft als Bestandteil Nordwestmecklenburgs
Landwirtschaft prägt große Teile Nordwestmecklenburgs wirtschaftlich und landschaftlich. Betriebe produzieren Lebensmittel, bewirtschaften Flächen, beschäftigen Menschen und sind Bestandteil regionaler Wertschöpfungsketten. Zugleich bewegen sie sich in einem dichten Geflecht aus Marktbedingungen, Umweltrecht, Förderpolitik und Vorgaben verschiedener politischer Ebenen. Entscheidungen der Europäischen Union, des Bundes, des Landes und kommunaler Behörden können gleichzeitig relevant sein.
Jens Strohschein greift Landwirtschaft deshalb als einen seiner Schwerpunkte für die Landtagswahl 2026 auf. Auf seiner offiziellen Themenseite spricht er von Respekt, Planungssicherheit und fairen Rahmenbedingungen. Er kritisiert praxisferne Vorschriften und nennt eine stärkere Stellung landwirtschaftlicher Betriebe gegenüber großen Unternehmen sowie regionale Wertschöpfung und nachhaltige Landwirtschaft als Ziele.
Planungssicherheit für landwirtschaftliche Betriebe
Landwirtschaft arbeitet in langen Zeiträumen. Investitionen in Gebäude, Technik, Tierhaltung oder Flächen rechnen sich häufig erst über viele Jahre. Veränderungen bei Förderbedingungen oder gesetzlichen Vorgaben können deshalb erhebliche Auswirkungen haben. Der Begriff Planungssicherheit beschreibt den Wunsch, politische Rahmenbedingungen frühzeitig zu kennen und Investitionsentscheidungen auf eine verlässliche Grundlage stellen zu können.
Vollständige Stabilität kann Politik allerdings nicht garantieren. Märkte verändern sich, technische Entwicklungen schreiten voran und gesellschaftliche Anforderungen an Tierwohl, Umwelt- und Klimaschutz können neue Regelungen erforderlich machen. Eine ausgewogene Agrarpolitik muss daher Verlässlichkeit mit der Fähigkeit verbinden, auf neue Entwicklungen zu reagieren. Entscheidend ist dabei häufig auch, wie früh Betriebe beteiligt werden und welche Übergangsfristen gelten.
Bürokratie und praxistaugliche Regeln
Strohschein fordert, auf praxisferne Vorschriften zu verzichten. Hinter dieser Formulierung steht eine breitere Debatte über Dokumentationspflichten, Förderanträge, Kontrollen und unterschiedliche gesetzliche Anforderungen. Landwirtschaftliche Betriebe sind Unternehmen, arbeiten aber zugleich mit natürlichen Ressourcen und erhalten teilweise öffentliche Förderung. Deshalb bestehen berechtigte Anforderungen an Nachweise und Kontrollen.
Die politische Aufgabe liegt darin, unnötige Doppelstrukturen zu vermeiden, Verfahren verständlich zu gestalten und gleichzeitig legitime Ziele wie Lebensmittelsicherheit, Tierwohl oder Umweltschutz zu gewährleisten. Digitalisierung kann manche Verwaltungsabläufe vereinfachen, schafft aber nur dann Entlastung, wenn Systeme benutzerfreundlich sind und nicht parallel zusätzliche Papierverfahren bestehen bleiben.
Faire Erzeugerbedingungen und Marktstellung
Ein weiterer öffentlich genannter Punkt ist die wirtschaftliche Stellung landwirtschaftlicher Betriebe gegenüber großen Marktakteuren. Zwischen dem Preis, den Verbraucher im Handel zahlen, und dem Einkommen eines landwirtschaftlichen Betriebes liegen Verarbeitung, Logistik und Handel. Die Verhandlungsmacht innerhalb dieser Kette ist ungleich verteilt und hängt stark vom jeweiligen Produkt und Markt ab.
Landespolitik kann Marktpreise nicht einfach festlegen. Sie kann jedoch regionale Vermarktung, Kooperationen, Verarbeitungskapazitäten und bestimmte Förderprogramme unterstützen. Andere Wettbewerbs- und Marktregeln liegen auf Bundes- oder EU-Ebene. Für die politische Bewertung ist deshalb wichtig, Forderungen immer auch mit der jeweils zuständigen Ebene zu verbinden.
Regionale Wertschöpfung
Regionale Wertschöpfung bedeutet, dass nicht nur die landwirtschaftliche Produktion, sondern möglichst auch Verarbeitung, Vermarktung und Dienstleistungen in der Region stattfinden. Dadurch können zusätzliche Arbeitsplätze und wirtschaftliche Beziehungen entstehen. Kurze Wege können zugleich ein Marketingvorteil für regionale Produkte sein.
Ob regionale Verarbeitung wirtschaftlich tragfähig ist, hängt jedoch von Mengen, Nachfrage, Investitionskosten und Logistik ab. Politik kann Rahmenbedingungen verbessern, aber keine dauerhafte Nachfrage garantieren. Strohscheins Forderung nach stärkerer regionaler Wertschöpfung beschreibt daher ein Entwicklungsziel, dessen konkrete Umsetzung von Betrieben, Verbrauchern, Verarbeitung und Förderpolitik gemeinsam abhängt.
Landwirtschaft und Umweltschutz
Strohschein stellt Landwirtschaft und Umwelt- beziehungsweise Klimaschutz auf seiner Themenseite nicht als grundsätzlichen Gegensatz dar. Diese Einordnung ist relevant, weil Landwirte unmittelbar mit Böden, Wasser, Pflanzen und Tieren arbeiten. Langfristige Produktivität hängt damit selbst von intakten natürlichen Grundlagen ab.
Gleichzeitig können Umweltauflagen Kosten verursachen oder Bewirtschaftungsformen verändern. Politisch entsteht deshalb die Aufgabe, wirksame Umweltziele mit wirtschaftlicher Tragfähigkeit zu verbinden. Förderinstrumente, Beratung, Übergangszeiten und technische Innovation können hierbei eine Rolle spielen. Pauschale Aussagen reichen für diese komplexen Zielkonflikte meist nicht aus.
Landwirtschaft im Wahlkreis 28
Nordwestmecklenburg II umfasst große ländliche Gebiete von der Insel Poel bis in die Ämter Gadebusch, Lützow-Lübstorf, Neuburg und Neukloster-Warin. Landwirtschaft ist daher nicht nur ein abstraktes Fachthema, sondern sichtbar im Landschaftsbild und in der regionalen Wirtschaft. Hinzu kommen Verbindungen zu Handwerk, Transport, Handel, Tourismus und erneuerbaren Energien.
Jens Strohschein verbindet seine Kandidatur mit dem Anspruch, diese Perspektive stärker in die Landespolitik einzubringen. Bei der Wahlentscheidung können Bürgerinnen und Bürger prüfen, wie seine agrarpolitischen Positionen mit Umwelt-, Verbraucher-, Haushalts- und Wirtschaftspolitik zusammenspielen und welche Lösungen andere Kandidierende anbieten.
Weiterführende Informationen
Jens Strohschein: Themen und Positionen
Informationen zum Wahlkreis 28
FAQ zur Landwirtschaft
Welche agrarpolitischen Punkte nennt Jens Strohschein?
Er nennt unter anderem Planungssicherheit, praxistaugliche Regeln, faire wirtschaftliche Bedingungen, eine stärkere Stellung der Betriebe gegenüber großen Konzernen, regionale Wertschöpfung und nachhaltige Landwirtschaft.
Kann ein Landtag Erzeugerpreise festlegen?
Marktpreise werden nicht einfach durch den Landtag festgesetzt. Agrarmärkte unterliegen wirtschaftlichen Bedingungen sowie Bundes- und EU-Regeln. Das Land kann jedoch in bestimmten Bereichen Förderung, regionale Verarbeitung und wirtschaftliche Rahmenbedingungen beeinflussen.
Warum ist Planungssicherheit für Bauern wichtig?
Landwirtschaftliche Investitionen sind häufig langfristig angelegt. Betriebe benötigen deshalb möglichst früh Klarheit über rechtliche Vorgaben, Förderbedingungen und Übergangsfristen, um wirtschaftliche Entscheidungen verantwortungsvoll treffen zu können.
Sind Landwirtschaft und Umweltschutz grundsätzlich Gegensätze?
Nicht zwangsläufig. Landwirtschaft ist selbst auf langfristig produktive Böden, Wasser und funktionierende Ökosysteme angewiesen. Konflikte entstehen vor allem bei der konkreten Ausgestaltung von Anforderungen, Kosten und Nutzungsinteressen.
Wo kann man Strohscheins Positionen nachlesen?
Seine Aussagen zur Landwirtschaft sind auf der offiziellen Kandidatenwebsite im Themenbereich veröffentlicht. Dort sind auch seine Positionen zu Energie, Sicherheit, Ehrenamt und Zusammenhalt dokumentiert.

Kommentare
Kommentar veröffentlichen